Bremen

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Statements

 

Markus Gerstmann
ServiceBureau Jugendinformation
Medienpädagoge

www.servicebureau.de

www.jugendinfo.de


1. Was hat sich Ihrer Einschätzung nach im Bereich der Medienkompetenzförderung in Bremen bislang bewährt und sollte fortgesetzt werden?

Expertinnenkompetenz, Vorträge für Schüler/ Eltern/ Fachkräfte, Fachtagungen zu medienpädagogischen Themen des ServiceBureau Jugendinformation

2. Was sind aus Ihrer Sicht die vordinglichen Aufgaben und Maßnahmen, um Medienkompetenzförderung in Bremen breitenwirksam und nachhaltig in allen Bildungsbereichen zu verankern?

  • Online Plattform, wie jugendinfo.de, Hilfe für Mädchen, Jungenberatung, bremen.de und geplante Online Plattformen von Schattenriss, Streetworkern
  • Uniprojekte in/mit den Instituten IFIB, DIMEB, Draufhaber TV u.a.
  • Arbeitskreise und Vernetzung über AK Digitale Kultur und Schule, AG Cyberwork, AK Mediensucht, BreMeKo, GMK Landesgruppe
  • Außerschulisch Expertenkonferenz vom ServiceBureau (Jugendliche als Experten in ihrer eigenen Sache ernst nehmen.)
  • Make-media Studios und deren jährlicher Medienwettbewerb

3. Was sind Ihrer Einschätzung nach die hauptsächlichen Faktoren, die bislang einer breitenwirksamen und nachhaltigen Medienkompetenzförderung entgegenstehen?

  • Einerseits die monetären Bedingungen in Bremen
  • Abbau der Jugendeinrichtungen bzw. deren Privatisierung, somit sind einige zentrale Themen dort nicht mehr präsent
  • Harter Kampf um die wenigen Gelder
  • Personal/ Mitarbeiter/innen zu wenig und nicht zusammen arbeiten können bzw. Machtdenken

Cornelia Holsten
Direktorin der Bremische Landesmedienanstalt (bre(ma

Direktorin der Bremische Landesmedienanstalt (bre(ma


1. Was hat sich Ihrer Einschätzung nach im Bereich der Medienkompetenzförderung in Bremen bislang bewährt und sollte fortgesetzt werden?

Als vorbildlich schätze ich in Bremen vor allem die vielen gemeinsamen Aktionen und Angebote der Akteure ein. Wir in Bremen sind beweglich und durch die Größe des Landes auch immer wieder schnell genug, wenn es darum geht, neue und praxisnahe Angebote zu entwickeln. So können wir auf die sich ständig verändernde Medienwelt immer mit den richtigen Angeboten reagieren. Insbesondere im Bereich Internet und Web 2.0 gibt es in Bremen zahlreiche Angebote, die innovativ und am Puls der Zeit sind und Vorbildcharakter für den Rest des Landes haben.

2. Was sind aus Ihrer Sicht die vordringlichen Aufgaben und Maßnahmen, um Medienkompetenzförderung in Bremen breitenwirksam und nachhaltig in allen Bildungsbereichen zu verankern?

Neben der Entwicklung neuer und zeitgemäßer Konzepte sehe ich vor allem die Notwendigkeit, Medienkompetenz in Lehrplänen und vor allem in Ausbildungskonzepten an Berufsschulen und Universitäten strukturell zu verankern. Mir persönlich liegt hier vor allem die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher sehr am Herzen. Bei den ganz Kleinen sehe ich derzeit einfach den größten Handlungsbedarf. Ein guter Schritt in diese Richtung ist der 2010 gegründete Runde Tisch zur Bremer Medienkompetenz (BreMeKo), an dem alle Institutionen des Landes, die sich mit Medienkompetenzförderung befassen, vertreten sind.

3. Was sind Ihrer Einschätzung nach die hauptsächlichen Faktoren, die bislang einer breitenwirksamen und nachhaltigen Medienkompetenzförderung entgegenstehen?

Sicherlich stellen die verschiedenen behördlichen Zuständigkeiten und der Charakter der Medienkompetenz als Querschnittskompetenz ein großes Hindernis dar. Zudem existieren sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, was unter Medienkompetenz zu verstehen ist und wie sie vermittelt werden kann. Diese Vielfalt sollten wir bewahren, Doppelzuständigkeiten aber abbauen.

Prof. Dr. Heidi Schelhowe
Universität Bremen, Informatik

schelhow@tzi.de


1. Was hat sich Ihrer Einschätzung nach im Bereich der Medienkompetenzförderung in Bremen bislang bewährt und sollte fortgesetzt werden?

Es gibt ausgesprochen viele lebendige Initiativen in den Stadtteilen und auf der Ebene der Stadt und des Landes, mit denen Medienkompetenz gefördert wird. Etliche Schulen haben sich mit innovativen Projekten profiliert und sind dabei sich zu Schulen zu entwickeln, die auf die geänderten Anforderungen eingestellt sind. In der außerschulischen Arbeit gibt es in Bremen insbesondere mit dem ServiceBureau Jugendinformationen eine weit über das Land hinauswirkende Einrichtung, die ausgesprochen wertvolle und kreative Arbeit im Bereich der Medienbildung leistet. An der Universität forschen und entwickeln verschiedene Arbeitsgruppen zum Thema, sowohl von der medienpädagogischen und der mediendidaktischen Seite wie auch aus der Perspektive des Schulmanagement. Für Studierende mit dem Ziel Lehramt wird an der Universität ein Zusatzzertifikat Digitale Medien in pädagogischen Kontexten http://zertifikatsstudium.informatik.uni-bremen.de angeboten. Das Landesinstitut für Schule ist insbesondere mit dem Zentrum für Medien aktiv in der Umsetzung von Medienbildung in Schulen und in der Lehrerbildung. Die Bildungsbehörde hat einen Lenkungsausschuss für die Erarbeitung eines „Masterplans“ für Medien in den Schulen eingesetzt.

2. Was sind aus Ihrer Sicht die vordinglichen Aufgaben und Maßnahmen, um Medienkompetenzförderung in Bremen breitenwirksam und nachhaltig in allen Bildungsbereichen zu verankern?

Mit „BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz“ hat die Senatskanzlei des Landes Bremen im Sommer.2010 mit 140 ExpertInnen eine landesweite Initiative gestartet, um Medienkompetenz für alle Gruppen der Bevölkerung zu einem zentralen Thema zu machen.
Die Vermittlung von Medienkompetenz ist eine Querschnittsaufgabe. Es braucht ein breites gesellschaftliches Bündnis und Engagement für die Umsetzung von Medienbildung. Hierfür ist die Einbindung aller gesellschaftlichen Akteure notwendig. Ein wichtiger Schritt wird es sein, dieses Bündnis für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung für die jetzige und zukünftige Generation in einer von Digitalität geprägten Gesellschaft zu gewinnen und einzubinden. Hierfür ist es wichtig den Status Quo zu erheben und die institutionelle Verankerung und die Ressourcen für Medienbildung zu sichern.
Aufgabe von Bildungspolitik, aber auch der anderen Ressorts wie Soziales, Kultur und Wirtschaft sollte es sein, diese Querschnittaufgabe gemeinsam anzugehen, hochwertige und praktisch umsetzbare Beispiele zu entwickeln und diese sichtbar zu machen.
Wenn diese Chance des Engagements und des Zusammenschlusses von Initiativen genutzt wird, um Medienkompetenz als Ziel über alle Ressorts hinweg und mit einer breiten Bewegung von unten in Bremen zu verankern, dann kann das der entscheidende Schritt für breite Wirksamkeit und Nachhaltigkeit sein.

3. Was sind Ihrer Einschätzung nach die hauptsächlichen Faktoren, die bislang einer breitenwirksamen und nachhaltigen Medienkompetenzförderung entgegenstehen?

Das Thema IT und Medien ist in den vergangenen Jahren in Politik und in der öffentlichen Debatte nicht mehr so zentral verhandelt worden. Mit dem Schlagwort von den „Digital Natives“ wurde einerseits glaubhaft gemacht, dass die jungen Menschen sich ja alles Erforderliche von alleine aneigneten, andererseits hat man die viel umfassender sich stellenden Fragen von Medienkompetenz nicht gesehen. Heute scheint ein Umdenken stattzufinden.
Die gesellschaftliche Bedeutung von Medienkompetenz für die Bildung der Menschen in einer digital geprägten Kultur wird wieder stärker wahrgenommen. Die Schere zwischen den mediengebildeten und partizipierenden Menschen und denen, die es nicht tun und können, ist groß und hat hinsichtlich der gesellschaftlichen Teilhabe entscheidenden Einfluss. Hier ist es wichtig, dass sich alle gesellschaftlichen Akteure verantwortungsvoll und engagiert positionieren.

Ekkehart Siering
Senatskanzlei Bremen, Referatsleiter Medien + IT

medienkompetenz.bremen.de


1. Was hat sich Ihrer Einschätzung nach im Bereich der Medienkompetenzförderung in Bremen bislang bewährt und sollte fortgesetzt werden?

In Bremen und Bremerhaven gibt es viele gute, interessante und hilfreiche Angebote zur Vermittlung und Verbesserung der Medienkompetenz. Zahlreiche Institutionen, Vereine, öf-fentliche Stellen und Einrichtungen kümmern sich darum, den Menschen die für sie wichtigen Inhalte für eine verantwortungsvolle aktive und passive Nutzung der Medien näher zu bringen. Diese Angebote haben sich in ihren Zielgruppen bewährt und sollen fortgesetzt werden. Wir haben kürzlich einen kleinen Querschnitt von 30 Anbietern aus Bremen anlässlich des Runden Tisches Medienkompetenz (BreMeKo) präsentiert – da zeigt sich, dass wir in einigen speziellen Bereichen sehr gute Angebote haben.
Es ist aber auch aufgefallen, dass wir in Bremen nicht an einer zentralen Stelle alle Informati-onen haben, welche Initiativen es gibt, welche Kurse für bestimmte Bevölkerungsgruppen an-geboten werden und welche Ressourcen wie Technik zur Verfügung stehen. Und es gibt keine Erhebung, welchen Bedarf die Menschen in Bremerhaven und Bremen eigentlich haben, wo es „Lücken“ gibt. Dieses Informations- und vielleicht auch Organisationsdefizit soll mit dem Runden Tisch zur Bremischen Medienkompetenz – BreMeKo – angegangen werden. Rund 250 Einrichtungen aus Bremen aber auch über die Landesgrenzen hinaus sind aufgefordert worden, sich bei BreMeKo zu beteiligen, in Arbeitsgruppen über Inhalte, Ausrichtung aber auch Organisations- und Finanzierungsformen zu diskutieren und die Ergebnisse wieder in das Plenum einzubringen.
Bürgermeister Jens Böhrnsen hat in seinem Eingangsstatement beim ersten Treffen des Runden Tisches die Wichtigkeit des Themas nochmals unterstrichen und alle Akteure ermuntert, sich an dem Prozess zu beteiligen.

2. Was sind aus Ihrer Sicht die vordinglichen Aufgaben und Maßnahmen, um Medienkompetenzförderung in Bremen breitenwirksam und nachhaltig in allen Bildungsbereichen zu verankern?

Das Bewusstsein für Medien und die Vermittlung von Medienkompetenz muss alle Bürgerinnen und Bürger erreichen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft, Beruf oder Bildungsstand. Wir dürfen dabei niemanden vergessen, benachteiligen oder übervorteilen. Und so ist es eine Aufgabe, die bestehenden Angebote zu sichten und zu prüfen, ob alle Zielgruppen Berücksichtigung finden.
Die beste Nachhaltigkeit wird erreicht, wenn sich Kinder schon früh auf spielerische Art und Weise mit den Medien beschäftigen und ganz selbstverständlich mit ihnen aufwachsen und sie konsumieren und produzieren. Je nach Altersstufe kommen neue Facetten wie kritische Mediennutzung oder ästhetische Fragen hinzu und bauen auf dem zuvor gelernten auf. Das Zusammenwirken von Schule und Freizeitbereich ist einer der Kernfaktoren, um Medien-kompetenz erfolgreich und nachhaltig zu vermitteln und auch die Bandbreite der Medien-kompetenz darzustellen, die sich eben nicht, wie es häufig der Fall ist, auf das Internet und den Umgang mit dem PC beschränkt ist.
Eine viel größere Herausforderung im Vergleich zu den Kindern ist es, die älteren Menschen zu erreichen, die das Internet nicht aus der Schulzeit kennen, die keine Kinder haben, die ihnen die neuen Medien näher bringen oder die keine Informationen in ihrer (Mutter)Sprache finden.
Als wichtigste Maßnahme steht die Bestands- und Bedarfsermittlung an oberster Stelle. Erst wenn wir wissen, was nachgefragt wird und was leistbar ist, kann ein Abgleich und ggf. eine Anpassung erfolgen.
Aber klar ist auch: Medienkompetenz heißt nicht nur, mit einem Computer gut oder kritisch umgehen zu können, es geht um alle Medien, auch um Bücher, Zeitungen und Filme.
Wir stellen das Thema Medienkompetenz in Bremen neu auf. Dabei geht es nicht nur um die verschiedenen Facetten, sondern auch darum, wie wir stärker in die verschiedenen Stadtteile kommen. Die heterogene Struktur der Stadtteile erzeugt ganz unterschiedliche Bedürfnisse, denen wir gerecht werden müssen. Das wird ein Ziel des Runden Tisches BreMeKo sein.

3. Was sind Ihrer Einschätzung nach die hauptsächlichen Faktoren, die bislang einer breitenwirksamen und nachhaltigen Medienkompetenzförderung entgegenstehen?

Die Angebote zur Medienkompetenzförderung in Bremen und Bremerhaven müssen sich überhaupt nicht verstecken. Im Gegenteil: Wir haben innovative Ansätze und können auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Experten aus Bremen sind gefragte Referentinnen und Referenten für Tagungen, Kurse etc. Doch verbessern kann man sich immer.
Neben der oben schon erwähnten Bestands- und Bedarfsermittlung müssen die Angebote noch besser koordiniert, kommuniziert und vermarktet werden. Vieles ist leider gar nicht be-kannt und kann so auch nicht genutzt werden. Das wollen wir verbessern. So überlegen wir u.a., ob eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit aller Angebote sinnvoll ist, ob eine Organisation die vorhandenen Ressourcen (Know-How, Technik, Räume etc.) effizienter für alle Anbieter verwalten kann, wie wir alle Termine zu den ganz unterschiedlichen Veranstaltungen übersichtlich präsentieren können und wie es gelingen kann, zusätzliches Geld zu akquirieren. Die vielen guten Angebote, die es heute in Bremen gibt, wollen wir künftig bessern miteinan-der verknüpfen, so dass jede Zielgruppe in ihrem Stadtteil bzw. dort, wo es gewünscht ist, das Angebot, das benötigt wird, finden kann.

2018-02-27T17:35:07+00:00