Brandenburg

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Statements

 

Matthias Specht
Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia Brandenburg e.V.
Koordinator

www.lag-multimedia.de


1. Was hat sich Ihrer Einschätzung nach im Bereich der Medienkompetenzförderung in Brandenburg bislang bewährt und sollte fortgesetzt werden?

In Brandenburg engagiert sich die Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia Brandenburg e.V. (LAG Multimedia) für die Medienkompetenzförderung von Fachkräften der außerschulischen Jugendarbeit und von Jugendlichen. Hierfür initiierte der Verein vor fünf Jahren die Bildung und Vernetzung von Jugendinformations- und Medienzentren (JIM) – i.d.R. Jugendfreizeiteinrichtungen mit medienpädagogischem Profil. Die Arbeit der LAG Multimedia wird im Rahmen von Projektförderung überwiegend durch das hiesige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) finanziert, darunter für die JIM-Koordination, Fachkräftequalifikation, der Betrieb des Jugendserver Brandenburg sowie das JIM Filmfestival Brandenburg. Eine gute Zusammenarbeit besteht weiterhin mit der Landesmedienanstalt und regionalen Stiftungen. Das mit dem Aufbau und der Koordination des JIM-Netzwerkes gewachsene Leistungsspektrum der LAG Multimedia wurde durch das MBJS durch eine Aufstockung von Projektetats anerkannt. Im Rahmen der medienpädagogischen Fachkräftequalifikation arbeitet die LAG Multimedia vertrauensvoll mit anderen Bildungspartnern im Land zusammen, insbesondere mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg und dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus gibt es institutionalisierte Formen des Fachaustauschs der medienpädagogischen Akteure im Land, so zum Beispiel das „Jourfix Jugendmedienschutz“.

2. Was sind aus Ihrer Sicht die vordinglichen Aufgaben und Maßnahmen, um Medienkompetenzförderung in Brandenburg breitenwirksam und nachhaltig in allen Bildungsbereichen zu verankern?

Medienkompetenzförderung sollte im Elementarbereich beginnen, dann als Querschnittskompetenz zum schulischen Bildungsalltag zählen. Hierfür sind entsprechende Curricula in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte zu entwickeln und Weiterbildungsangebote für Fachkräfte im Erziehungs- und Bildungsbereich zu verstetigen. In der außerschulischen Jugendarbeit besteht das Erfordernis, medienpädagogischen Angebotsformen einen angemessenen Stellenwert im Rahmen der pädagogischen Arbeit beizumessen. An Qualifizierungsangeboten mangelt es hierzulande nicht, jedoch bei Zuwendungsgebern oftmals noch am Verständnis von der Notwendigkeit dieses Arbeitsfeldes und dessen Ausfinanzierung.

3. Was sind Ihrer Einschätzung nach die hauptsächlichen Faktoren, die bislang einer breitenwirksamen und nachhaltigen Medienkompetenzförderung entgegenstehen?

Schule ist der originäre Ort, an dem potenziell alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden können. Konzeptionelle und methodische Veränderungen im Schulalltag sind jedoch nur sehr langsam möglich. Jugendarbeit kann sich zwar methodisch sehr schnell auf neue Entwicklungen im Medienbereich und dessen Aneignung durch Kinder und Jugendliche einstellen, kommt jedoch finanziell und personell sehr schnell an Grenzen. Ein „großer Wurf“ scheint nur möglich zu sein, wenn besonders auf kommunaler Ebene mit Unterstützung des Landes viel intensiver als bisher die Medienkompetenzförderung in den Blick genommen wird. Kooperationsformen zwischen Schule und Jugendarbeit müssen breiter und als eigener pädagogischer Ansatz gefördert werden, der über singuläre Projektarbeit weit hinaus geht. Dafür bedarf es des massiven Auf- und Ausbaus medienpädagogischer Strukturen auf der Höhe der Zeit, die für Schule ein professioneller Partner und Dienstleister sind. Die Anbindung dieser Dienstleister an die Strukturen der Jugendarbeit wäre erfahrungsgemäß sinnvoll.

2018-02-27T17:35:01+00:00