Auf der Website der Initiative „Kindermedienland“ sind die Ergebnisse aus verschiedenen „Runden Tischen“ zum Strategieprozess „Medienbildung Baden-Württemberg“ dokumentiert. Ein ursprünglich vom Staatsministerium Baden-Württemberg bereits für Ende 2014 angekündigtes Strategiepapier zur landesweiten Förderung von Medienbildung erschien nun Ende Oktober 2015. Der Entwurf konnte bis zum 24.11.2015 im Rahmen eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens kommentiert werden.

Prof. Dr. Horst Niesyto (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg) kommentierte auf dem Fachgespräch des Staatsministeriums am 18.11.2015 in Stuttgart zusammenfassend den Entwurf: „Der vorgelegte Entwurf enthält eine Reihe allgemeiner Aussagen und Absichtserklärungen. Insbesondere bei den Handlungsempfehlungen zu den nächsten Meilensteinen mangelt es an der Benennung konkreter Maßnahmen, deren Umsetzung überprüfbar wäre. Auch ist nicht zu erkennen, wie welche Maßnahmen in den entsprechenden Ministerien etatisiert werden. Der Entwurf ist kein Dokument des Aufbruchs, sondern eher ein Dokument, welches vorhandene Strukturen fortschreibt“. Kritisch angemerkt wurde auch, dass eine neue Qualität der interministeriellen Zusammenarbeit nicht deutlich werde.

Auf dem Fachgespräch wurden zu verschiedenen Handlungsfeldern – von der frühkindlichen Bildung über die Schule, die Jugendarbeit bis hin zu Familienbildung und Bibliothekswesen – erneut zahlreiche konkrete Vorschläge für Handlungsempfehlungen unterbreitet. Leider sieht es nicht danach aus, dass das Staatsministerium und die „strategische Arbeitsgruppe“ diese Vorschläge aufgreifen. So zeichnet sich derzeit als Ergebnis des „Strategieprozesses“ ab: es wird viel von Medienbildung geredet, aber in der Umsetzung fehlen nach wie vor nachhaltige, strukturelle und überprüfbare Maßnahmen, die eine neue Qualität der Medienbildung in der Breite der schulischen und außerschulischen Medienbildung zur Folge hätten.