Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ tritt für eine nachhaltige Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung in Deutschland ein, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei einem reflektierten, selbstbestimmten und sozial verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu unterstützen. Wir setzen uns mit der gesellschaftlichen Medienentwicklung und der Mediennutzung differenziert und kritisch auseinander und haben zahlreiche Vorschläge gemacht, um Medienbildung altersangemessen und in Verknüpfung mit anderen Bildungsaufgaben voranzubringen.

Die in dem Buch des Hirnforschers Prof. Dr. Manfred Spitzer vorgetragene Medienkritik ist an zahlreichen Stellen völlig einseitig und überzogen und macht pauschale Aussagen zu digitalen Medien und zur Mediennutzung. Manfred Spitzer bietet außer Verbotsforderungen keine Handlungsansätze für eine altersangemessene Medienbildung, gerade auch für Kinder. Seine pauschalen Angriffe auf die Medienpädagogik entbehren jeder Grundlage, er ignoriert die medienpädagogischen Praxiserfahrungen und geht nicht auf vorhandene Forschungsergebnisse ein. Studien, die seine Thesen widerlegen, erwähnt er nicht. Eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit Spitzers Thesen findet sich an vielen Stellen im Netz, deshalb wird sie an dieser Stelle nicht wiederholt.

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ ist der festen Überzeugung, dass zur Bildung im 21. Jahrhundert Medienwissen und Medienbildung gehören und fordert deshalb die Verstärkung entsprechender Bemühungen in allen Bildungsbereichen. Wir freuen uns, dass zunehmend mehr Politikerinnen und Politiker diese Einschätzung teilen. Dies zeigen u.a. parteiübergreifende Stellungnahmen aus letzter Zeit, z.B. aus der Enquetekommission Internet des Deutschen Bundestages oder der Beschluss der Kultusministerkonferenz zu „Medienbildung in der Schule“ (Überblick zu verschiedenen Handlungsempfehlungen, Stellungnahmen und Beschlüssen).

  • GMK-Stellungnahme zur Kontroverse um das Spitzer-Buch: „Digital dement vs. medienkompetent? Lohnt es, sich mit der Publikation „Digitale Demenz“ des Hirnforschers Manfred Spitzer näher zu beschäftigen? Oder lohnt es nicht?“
  • Sammelfundstelle bei Beat Doebeli; Diskussion in der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI)
  • Überregionale Zeitungen: u.a. Streitgespräch zwischen Prof. Dr. Peter Peter Vorderer (Medienpsychologe) und Prof. Dr. Manfred Spitzer in der Wochenzeitung DIE  ZEIT, Nr. 35 vom 06.09.2012, S. 35/6.  Weitere Beiträge von Inge Kutter und Martin Spiewak auf S. 37 (siehe auch www.zeit.de/audio); SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Wochenendausgabe vom 08./09.09.2012, S. 22: Beiträge von Werner Bartens („Missionar der Medienkritik“) und Christian Weber („Zum zerebralen Weltuntergang“).
  • Exemplarischer Hinweis auf eine neuere Fachveröffentlichung zum Thema „Lernen und Lehren mit digitalen Medien“: Schwerpunktheft „Jugend und Medien“, erschienen als Spezial-Ausgabe der Zeitschrift „Computer + Unterricht“, Heft 84, 2011 im Friedrich Verlag, Seelze. Das Themenheft wurde von Prof. Dr. Johannes Fromme, Dr. Alexander Unger und Dr. Ralf Biermann betreut und enthält zahlreiche Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten eines reflektierten Einsatzes digitaler Medien in Lehr- und Lernkontexten.
  • Beispiele für empirische Forschung im Bereich digitale Medien und Schule: Carsten Albers / Johannes Magenheim / Dorothee M. Meister (Hrsg.) (2011): Schule in der digitalen Welt. Medienpädagogische Ansätze und Schulforschungsperspektiven. Wiesbaden: VS-Verlag. Darin vor allem die Beiträge in Teil II  über „Schulforschungsperspektiven“; Andreas Breiter / Stefan Welling / Björn Eric Stolpmann (2010): Medienkompetenz in der Schule. Schriftenreihe Medienforschung der LfM. Band 64. Düsseldorf: Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen; Renate Schulz-Zander / Birgit Eickelmann / Heinz Moser / Horst Niesyto / Petra Grell (Hrsg.) (2012): Jahrbuch Medienpädagogik 9. Wiesbaden: VS-Verlag. Darin mehrere forschungsbezogene Beiträge zum Medieneinsatz in Schule und Unterricht.
  • Beispiel für eine differenzierte und nicht alarmistisch-missionarische Medienkritik: Vortrag von Prof. Dr. Horst Niesyto zu „Tempo! Tempo! – Bildungsprozesse in einer beschleunigten Welt“, 14.04.2012 an der Evang. Akademie Tutzing (Podcast). Ausführlich zur Thematik: Niesyto, Horst (2012): Bildungsprozesse unter den Bedingungen medialer Beschleunigung. In: Bukow, Gerhard Chr. / Fromme, Johannes / Jörissen, Benjamin (Hrsg.): Raum, Zeit, Medienbildung. Untersuchungen zu medialen Veränderungen unseres Verhältnisses zu Raum und Zeit . Reihe Medienbildung und Gesellschaft, Band 23. Wiesbaden: VS-Verlag, S. 47-66.