Bundestag verabschiedet Antrag der Regierungsfraktionen zur digitalen Bildung

 
Nach der parlamentarischen Beratung in verschiedenen Ausschüssen und Gremien beschloss der Deutsche Bundestag am 02.07.2015 den Antrag „Durch Stärkung der Digitale Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“. Der Antrag wurde von den Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD vorgelegt und mehrheitlich verabschiedet (mit Gegenstimmen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Stimmenthaltung der Fraktion DIE LINKE).

Der Antrag enthält u.a. Vorschläge zur Förderung der technischen Infrastruktur digitaler Bildung und freier Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources), zu einem Länderstaatsvertrag und zur verbindlichen Verankerung von fachspezifischen Curricula zur Medienbildung in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte. Damit greift der Antrag verschiedene Punkte auf, die die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ seit mehreren Jahren fordert.

Allerdings fehlen im Antrag nahezu durchgehend konkrete Aussagen, wie diese Vorschläge umzusetzen und zu finanzieren sind. So enthält der Bundeshaushalt 2015 lediglich einen Posten von 2 Millionen Euro, um seitens des Bundes die genannten Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren. Dies ist völlig unzureichend. Beim anvisierten Länderstaatsvertrag bleiben viele Fragen bezüglich Umsetzung offen (Stichwort: bestehendes „Kooperationsverbot“). Auch eine Fokussierung auf Informatikunterricht ab der Grundschule erscheint nicht zielführend – hier fällt der Antrag hinter ein in der Fachdiskussion erreichtes, umfassendes Verständnis von Medienbildung zurück, wie es u.a. in dem BMBF-Expertenbericht „Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur“ (2010) zum Ausdruck kommt (an dem Bericht arbeiteten Informatiker/innen und Medienpädagogen/innen mit).